Abschlussfeier der Kaufleute für Spedition- und Logistikdienstleistung Juli 2014

Der Dienstag, 08. Juli 2014, stand ganz im Zeichen der Abschlussfeier für die Absolventen zum Kaufmann / zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung.

Absolventinnen und Absolventen mit der Note „sehr gut“

Absolventinnen und Absolventen mit der Note „sehr gut“

Am Dienstag, den 08. Juli 2014, fand traditionell im großen Saal der Handwerkskammer Hamburg die Abschlussfeier für die Absolventen der Sommerprüfung 2014 der Ausbildung zum Kaufmann/ zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung statt.
Die Feier wurde in gemeinsamer Verantwortung von der Staatlichen Handelsschule Holstenwall – H 14 – als verantwortlicher Berufsschule, Abteilungsleitung Spedition und Logistik, vertreten durch den Schulleiter, Herrn Knust-Bense, und vom Verein Hamburger Spediteure e.V. (VHSp), vertreten durch den stellvertretenden Geschäftsführer, Herrn Stefan Saß, ausgerichtet.

Schulleiter Knust-Bense begrüßte als Schulleiter der H 14 die erfolgreichen Absolventen der Abschlussprüfung

Schulleiter Knust-Bense

Herr Knust-Bense begrüßte als Schulleiter der H 14 die erfolgreichen Absolventen der Abschlussprüfung, ihre anwesenden Ausbilder und Angehörigen, die Lehrerinnen und Lehrer der Schule, die Vertreter des Vereins Hamburger Spediteure sowie die beiden Solisten von „Sono Giocoso“ Gerd Bellmann, Klavier, und Ulrich Stiegler, Querflöte.

Herr Knust-Bense beglückwünschte in seiner Begrüßungsrede die Absolventinnen und Absolventen und übergab das Wort an Herrn Griese.

Herr Reinhard Griese, Personalleiter der Kühne + Nagel (AG & Co.) KG, gratulierte den anwesenden Absolventinnen und Absolventen im Namen des Vereins der Hamburger Spediteure zum Bestehen der Abschlussprüfung und betonte, dass sie damit einen Meilenstein und Höhepunkt innerhalb des Berufslebens erreicht haben, auf den sie stolz sein können.

Herr Reinhard Griese, Personalleiter der Kühne + Nagel (AG & Co.) KG, gratulierte den anwesenden Absolventinnen und Absolventen im Namen des Vereins der Hamburger Spediteure zum Bestehen der Abschlussprüfung

Herr Reinhard Griese

Herr Griese erinnerte sich in seiner Rede an seine Ausbildungszeit, die damals wie heute, Fleiß, Durchhaltevermögen, Wissbegierde, Lernbereitschaft und Engagement für einen guten Abschluss abverlangte. Gleichzeitig verwies er jedoch auf den Wandel der Zeit und das Fortschreiten der technischen Entwicklung von der „guten alten Olympia Schreibmaschine“ hin zu Internet und Mobiltelefon. Die Berufsausbildung als Basis für zukünftige Laufbahnen und die Offenheit für Veränderungen und Weiterbildung sind Anforderungen an heutige Fachkräfte. Herr Griese zitierte in diesem Zusammenhang den chinesischen Philosophen Laoze: „Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück.“ Herr Griese appellierte an die Absolventinnen und Absolventen aufgeschlossen gegenüber allem zu sein, Dinge kritisch zu hinterfragen, keine Angst vor Niederlagen und Umwegen zu haben. Er stellte die Freunde an dem was man tut höher als den monetären Verdienst.
Desweiteren dankte Herr Griese allen am und im dualen Ausbildungssystem mitwirkenden Akteuren. Die Ausbilderinnen und Ausbilder aus den Unternehmen, die mit Erfahrung und Engagement Fachwissen weitertragen, der Berufsschule für die fundierte und praxisnahe Schulausbildung sowie den ehrenamtlichen Prüfern, die eine qualifizierte und ordnungsgemäße Abnahme der IHK-Prüfung möglich machen.

Der ehemalige Auszubildende David Fischer, HL-B-Student

Der ehemalige Auszubildende David Fischer, HL-B-Student

Der ehemalige Auszubildende David Fischer, HL-B-Student, rechnete in seiner kurzweiligen und sehr unterhaltsamen Rede stellvertretend für alle ehemaligen Auszubildenden metaphorisch die Akte „Ausbildung zum Kaufmann für Speditions- und Logistikdienstleistung“ ab.
Zunächst begrüßte Herr Fischer die Mitabsolventen und jetzige Kollegen, deren Eltern, die Vertreter der Ausbildungsunternehmen, namentlich Herrn Griese, Herrn Saß als Vertreter des VHSp, die Lehrkräfte der staatlichen Handelsschule Holstenwall sowie die Musiker und Gäste.
Die vor drei Jahren angelegte Akte „Ausbildung zum Kaufmann für Speditions- und Logistikdienstleistung“, mündet nun im Abschlusszeugnis, dem laut Herr Fischer im Spediteurfachjargon benannten „Absolventenbegleitdokument“. Mit diesem Dokument sind die Absolventen sozusagen „ready for work“. Herr Fischer überflog die Akte, indem er wesentliche Tätigkeitsschritte eines Spediteurs mit Blick auf die Bearbeitung eines Auftrages bezogen auf die Ausbildungszeit Review passieren ließ.

So erfolgte zu Beginn der Ausbildung die Prüfung auf Machbarkeit hinsichtlich der zur Verfügung stehenden persönlichen Kapazitäten für die Ausbildung. Die Prüfung auf Vollständigkeit der Dokumente wurde nach Aussagen von Herrn Fischer glücklicherweise von Schule und Betrieb übernommen und gegebenenfalls fehlende Dokumente nachgefordert.
Zur Plausibilität mancher Angaben der Bewerber mochte sich Herr Fischer in seiner Rede nicht äußern.
Im Anschluss prüfte Herr Fischer die Kalkulation. Hier identifizierte er als wichtige Kostenblöcke u.a. die Lern- und Rauchzeiten sowie den Coffeinverbrauch der Lehrkräfte. Bei der Berechnung der Klassenstärke, als weiteren Kostenfaktor, unterstellte er ein Idealkörpermaß des Durchschnittsspediteurs von 120 cm x 80 cm x 15 cm.

Im Weiteren verglich Herr Fischer die Ausbildung aus zolltechnischer Sicht betrachtet mit einer „Aktiven Veredelung“. So würden die Auszubildenden nach Einfuhr in die Schule bearbeitet und anschließend mit höherem Marktwert wieder ausgeführt. Denkbare Folgeverfahren wären z.B. der Verbleib in der Branche, die endgültige Abkehr vom Geschäft, oder eine zollamtliche Vernichtung des Gelernten.

Den Kern der Akte bilden nach Herrn Fischer jedoch die drei Positionen Vorbereitungsphase (Vorlauf), Klausurenphase (Hauptlauf) und Auswertungsphase (Nachlauf). Bei der Organisation des Vorlaufes war das Just-In-Time-Konzept gefordert, bei dem die Schüler zu Unterrichtsbeginn anwesend sein mussten. Eine Ankunftsplanung zu ausgewählten Lerninhalten (Just-In-Sequence) war dagegen nach seinen Aussagen nicht erwünscht. Er begründete diese Aussage damit, dass zum Beginn der Unterrichtsstunde stets eine Nämlichkeitssicherung durch Klassenraumverschluss erfolgte.

Im Bereich der Hausaufgabenbeschaffung kamen folgende Ansätze zur Anwendung:

  • Localsourcing als Beschaffung der Hausaufgaben innerhalb der Klasse.
  • Globalsourcing als Beschaffung der Hausaufgaben aus anderen Klassen mit gleichen Lerninhalten.
  • Singlesourcing als Beschaffung der Hausaufgaben von einer Quelle.
  • Multiplesourcing als Beschaffung der Hausaufgaben von mehreren Quellen.
  • Modularsourcing als Übernahme der Hausaufgaben in Form kompletter Bauteile.
  • Unitsourcing als Beschaffung der Hausaufgaben durch eine selbständige Zusammenfügung einzelner Teile.

Den Haftungsbereich unterteilte Herr Fischer in die betriebsüblichen Inhalte, die betriebsüblichen-schulischen Inhalte sowie die betriebsunüblichen-schulischen Inhalte mit unterschiedlichen Haftungsfolgen.

Für den Hauptlauf galt, dass in die Klausurnote Kennzahlen wie Lernbereitschaftsgrad und Wissensliquidität einflossen. Eine Klausurbefreiung hätte nur nach Vorlage eines ärztlichen Präferenzpapieres erfolgen können.

Die Schnittstellenkontrolle am Ende der Lernstrecke steht als wichtiger Bestandteile des Nachlaufes. Jeder Schüler sollte u.a. die Unversehrtheit von Zeugnis und Abschlüssen überprüft haben.

Schlussendlich rechnete Herr Fischer die Akte stellvertretend für alle Absolventen wie folgt ab: Er dankte den Lehrkräften der Staatlichen Handelsschule Holstenwall für die investierte Zeit, den Unternehmensvertretern für deren Geduld und Zeit sowie das Ermöglichen der Ausbildung, dem VHSp für alle erhaltene Unterstützung, den Eltern für die Unterstützung und den Rückhalt während der Ausbildung sowie allen die in irgendeiner Weise mit Beiträgen für das Bestehen der Ausbildung gesorgt haben.

Nach erfolgter Kosten-Nutzen-Analyse blieb für Herrn Fischer festzustellen, dass alle mit Gewinn aus dieser Ausbildung hervorgehen und er wünschte allen Absolventen die Gelegenheit, diesen Überschuss weiter sinnstiftend einsetzen zu können.

Als letzten Punkt verblieb die Ablage.

Herr Griese sowie Herr Saß vom Verein Hamburger Spediteure (VHSp) ehrten anschließend die Prüflinge, die mit einem „sehr gut“ und mit einem „gut“ im Prüfungsergebnis glänzten mit einer Ehrenurkunde vom DSLV.

Ihren Abschluss fand die Feier nach einem kleinen Umtrunk im Foyer der Handwerkskammer Hamburg.

Bericht: Thorsten Borgeest / Fotos: Thorsten Borgeest

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