Abschlussfeier Kaufmann / Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung – Sommer 2010

Am Donnerstag, den 1. Juli fand die gemeinsame Abschlussfeier des VHSp und der H14 für die Absolventen der Ausbildung zur Kauffrau/zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung im Großen Saal der benachbarten Handwerkskammer statt.

IMG_2456Am Donnerstag, den 02.07.2010 fand die Abschlussfeier für die Absolventen der Sommerprüfung 2010 für die Ausbildung zum Kaufmann/zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung zum zweiten Mal im großen Saal der Handwerkskammer statt. Während bei der letzten Abschlussfeier vor einem halben Jahr ein gewaltiges Schneetreiben tobte, erlebte Hamburg an diesem Donnerstag einen Hitzerekord. Trotzdem war der Festsaal mit über 200 Besuchern erstaunlich gut gefüllt. Die Feier wurde wie immer gemeinschaftlich von der H 14 als verantwortlicher Berufsschule und vom Verein Hamburger Spediteure e.V. ausgerichtet.

Der VHSp war durch Herrn Tews und Herrn Heik als Mitglieder des Vorstands und durch den stellvertretenden Geschäftsführer, Herrn Saß, vertreten. Die Feierstunde wurde musikalisch durch „Sono Giocoso“ festlich eröffnet mit dem bekannten Menuett von Johann Sebastian Bach. In der Besetzung Gerd Bellmann am Flügel und Marion Hopp an der Querflöte begleitete das Duo die Feier in gewohnt brillanter Weise.

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Herr Knust-Bense begrüßte als Gastgeber und Schulleiter der H 14 in den „ehrwürdigen Hallen“ der Handwerkskammer die zahlreich erschienenen Kolleginnen und Kollegen der Schule, alle Gäste der Feierstunde und schließlich die erfolgreichen Absolventen. Diesen sprach er seine besonderen Glückwünsche zum Erfolg in der Abschlussprüfung aus. Sie hätten den ersten wichtigen Lebensabschnitt für ihren Beruf erfolgreich bestanden. Nach Überwinden der Konjunkturkrise biete die aktuelle wirtschaftliche Lage inzwischen auch wieder beste Voraussetzungen für eine günstige Berufsperspektive. Abschließend wünschte er den jungen Absolventen alles Gute für ihren weiteren Lebensweg und übergab das Wort an den Festredner, Herrn Gert Tews, Geschäftsführender Gesellschafter der Contibridge Schiffahrt und Spedition GmbH.

IMG_2460Herr Tews begrüßte die Absolventen bewusst mit „liebe Kolleginnen und Kollegen“ und sprach für den Verein Hamburger Spediteure seine Glückwünsche zu den „her¬vorragenden Leistungen“ aus. Sie hätten mit ihren guten Ergebnissen in der Ab¬schlussprüfung den „Beweis für die Leistungsfähigkeit des Hamburger Speditions¬gewerbes“ und für die hohe „Qualität ihrer Ausbildung“ erbracht. Nun würden sie als „die Besten des Jahrgangs“ heute geehrt. Die Leistungsfähigkeit der dualen Berufsausbildung in der Speditionsbranche und ihre individuelle Leistungsbereitschaft hätten diese außergewöhnlich guten Abschlüsse ermöglicht. Das Speditionsgewerbe sei ja die „Zehnkampfdisziplin“ unter den Kaufleuten. „Und Sie gehören nun dazu!“ rief er seinen jungen Zuhören anerkennend zu. Auf ihren Schultern ruhe die Zukunft dieses Gewerbes, und da brauche man sich keine Sorgen um einen qualifizierten Nachwuchs zu machen. Die heute Ausgebildeten würden in Zukunft darüber entscheiden, ob Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt würden. Sie trügen damit künftig die Verantwortung für die Zukunft junger Menschen. Das Speditionsgewerbe habe am Wirtschaftsstandort Hamburg immer, so betonte Herr Tews, seine „gesamtgesellschaftliche Verantwortung“ ernst genommen und Ausbildungs- und Arbeitsplätze geschaffen.
Dabei setze die zahlreiche Konkurrenz und die Internationalisierung der Wirtschaft auch viele Betriebe des Gewerbes unter Druck. Zusätzlich zwinge der umfangreiche Wandel in vielen Bereichen und der Innovationsdruck viele Betriebe zu einer Umstellung. Das gelte nun auch für die jungen Absolventen. Sie hätten noch lange nicht ausgelernt bzw. hätten sie die Ausbildung nicht etwa „ein für alle Male hinter sich“ gelassen. Ständig müssten sie ab nun dazulernen, sich weiterbilden – und das lebenslang. Nur „wer nicht stehen bleibt, kann Schritt halten“, prognostizierte Herr Tews.
Vielleicht gelänge so auch dem einen oder anderen unter ihnen der Schritt in die Selbständigkeit. Gerade im Speditionsgewerbe müsse man noch schneller sein als anderswo. Das Gewerbe stehe vor großen gesellschaftlichen Herausforderungen. Was in den nächsten Jahren auf die Berufsausbildung zukomme und wie sie aufgestellt sein müsse, fasste Herr Tews in fünf Thesen zusammen:
1. Die Berufsbilder werden sich verändern, einige werden verschwinden, andere neu zugeschnitten oder erst entstehen; die Lernorte werden sich verändern; das duale Berufsbildungssystem wird jedoch bestehen bleiben. Aber nicht alles, was möglich ist, sei dabei auch sinnvoll. Der Mensch müsse im Mittelpunkt stehen!
2. Eine gute Ausbildung muss auch in Zukunft Theorie- und Praxisanteile umfassen. Sie sichert Qualität und Konkurrenzfähigkeit.
3. Die Ausbildung muss auch vielfältig bleiben. Dazu bedarf es bei jedem an Talent, an eigenverantwortlichem Handeln und an einer Bereitschaft zum Lernen.
4. Eine gute Ausbildung muss fördern und fordern, d.h. Starke und Schwächere müssen integriert werden.
5. Die Berufsschule muss die Auszubildenden „ganzheitlich bilden“. D.h. sie muss eine berufsbezogene Bildung und eine gesellschaftliche Allgemeinbildung umfassen. In unserer Gesellschaft werden mündige Bürgerinnen und Bürger gebraucht. Zum Schluss seiner Rede erinnerte Herr Tews an seine eigene Berufsausbildung, die er vor genau 50 Jahren an der H 14 abgeschlossen habe. Er dankte dem Lehrerkollegium der Berufsschule für die stets hervorragende schulische Ausbildung. Den jungen Absolventen widmete er als Schlusswort eine Mahnung des Unternehmers Philip Rosenthal: „Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.“
Im Anschluss daran sprachen mit Lucie Morgenbesser von der Fa. DachsIMG_2467er und Felix Wenzel von der Fa. Kitzinger zwei erfolgreiche Absolventen der Klasse 08/03 zu den aufmerksamen Zuhörern. Die beiden begrüßten zunächst die Mitar-beiter der Handelskammer, die Vertreter des VHSp, die
Lehrer der Schule sowie ihre Mitabsolventen und die sie begleitenden Ausbilder und Angehörigen.
In einem wechselweise vorgetragenen Dialog riefen sie dann ihren Mitabsolventen voller Stolz zu: „Wir haben es geschafft!“ Eine größtenteils 2 ½ jährige Ausbildung liege nun hinter ihnen. Voller Motivation und Tatendrang hätten sie damals die Aus¬bildung begonnen. Neben der beruflichen Praxis im Betrieb hätten sie in der Berufsschule die Theorie gelernt. Und das sei auch wichtig gewesen, da sie aufgrund der unterschiedlichen betrieblichen Schwerpunkte so eine umfassende Ausbildung erfah¬ren hätten, wenn auch der ein oder die andere manchmal gefragt hätte „Wozu brauche ich das als LKW-Spediteur?“ oder der andere „… als Seehafenspediteur?“ Die Jahre der Ausbildung hätten ihnen wenig Freizeit gelassen. Dabei hätten sie natürlich auch erkannt, dass „Lehrjahre keine Herrenjahre“ seien. Als besonders positiv stellten die beiden die Abwechslung im Schulalltag heraus.
Da habe es interessante Projekte gegeben, Lernen an anderen Lernorten und für einige auch eine Studienfahrt nach Rotterdam und Antwerpen.
Im letzten Teil ihrer Rede zeigten sich die beiden Redner für ihre Mitabsol-venten glücklich und zufrieden, dass die erste wichtige Etappe in ihrem Berufs-leben geschafft sei. Einige würden viel-leicht jetzt auch noch studieren, für andere beginne der Ernst der Arbeit. Rotterdam und Antwerpen. Mit einem vielfachen Dank schlossen Lucie Morgenbesser und Felix Wenzel ihre Rede.
Ihr Dank galt ihren Lehrern, die immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden hätten, dann natürlich den Ausbildern und Mitarbeitern in ihren Ausbildungsbetrieben und schließlich ihren Familien für die vielfältige Unterstützung während der Ausbildung. Zum Schluss wünschten sie allen Mitabsolventen viel Erfolg beim Erreichen der gesetzten Ziele. Nach den Redebeiträgen folgte als musikalisches Intermezzo mit Moving Castle ein Klassiker der Filmmusik.

Sein persönliches Willkommen sprach danach Herr Brandenburg als verantwortlicher Abteilungsleiter für die Ausbildung in Spedition und Logistikdienstleistung und als Organisator der Veran¬staltung allen Teilnehmern der Feierstunde aus. Er gratulierte den erfolgreichen Absolventen ganz herzlich und dankte allen, die an diesem Erfolg mitgewirkt hätten. Dann folgte die Ehrung der erfolgreichen Prüflinge mit einem „sehr gut“ oder „gut“ im Prüfungsergebnis. Herr Tews und Herr Saß vom VHSp überreichten eine vom DSLV e.V., Bonn, gestiftete Urkunde. Insgesamt erreichten 25 Absolventen die Note „sehr gut“ und etwa 100 der über 200 Prüflinge die Note „gut“.

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Links die mit „sehr gut“ ausgezeichneten Absolventen. Darunter die beiden Gruppen der Absolventen mit „gut“ im Prüfungszeugnis der Handelskammer und ganz unten alle Geehrten zusammen.

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Herr Brandenburg übergab den Geehrten ein Buchgeschenk bzw. einen Geschenkgutschein aus Spenden und Beiträgen für den Schulverein. Zusätzlich wurde allen erfolgreichen Absolventen eine Festschrift vom 50jährigen Jubiläum der H14 (im letzten Jahr) ausgehändigt.
Wir möchten uns an dieser Stelle erneut ganz herzlich für die Spenden und Beiträge der Ausbildungsbetriebe für den Schulverein bedanken und auch weiterhin um diese Unterstützung bitten. Das vom VHSp gestiftete Stipendium für den erfolgreichsten Absolventen beider Prüfungen in 2010 wurde David Cooke (Klasse 08/17) zugesprochen, der seine Ausbildung bei SBB Kompetenz absolvierte und das betriebliche Praktikum in der Spedition Konrad Zippel Spediteur GmbH & Co. KG. abgeleistet hat. Herr Tews und Herr Saß überreichten ihm einen Gutschein für das Stipendium an der Akademie Hamburger Verkehrswirtschaft (AHV).
Ihren Abschluss fand die Feier nach einem sehr schönen Beatles-Medley mit der von den beiden Solisten brillant vorgetragenen Rhapsodie in Blue von George Gershwin.
Der Umtrunk danach fand nun zum zweiten Mal im repräsentativen Foyer des dritten Stockwerks der Handwerkskammer statt. Wie immer gab es dazu viele Abschiedsgespräche bei einem Glas Sekt oder anderen erfrischenden Getränken.

Bericht: Erhard Pohl (stellv. SL) Fotos: Harald Gragen (Koordinator)

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